Was bedeutet "Der erfahrbare Atem“?

„Der Erfahrbare Atem“ ist eine Atemlehre nach Prof. Ilse Middendorf, die sie in den 50er Jahren entwickelt hat. 1965 gründete sie das erste Institut für Atemtherapie und Atemunterricht, einer Ausbildungsstätte für Atempädagogen und Therapeuten in Berlin.

Es gibt den unbewussten Atem der uns ständig automatisch in jeder Situation begleitet, z.B.: wenn wir auf den Bus rennen, verrichtet unsere Atmung unbewusst seine Funktionen, er passt sich an und wird schnell und kurz. Wenn wir uns danach hinsetzen, wird er wieder langsamer und ruhiger.
Es gibt den willentlichen Atem, den wir bewusst beeinflussen und führen können, z.B. wenn wir die Luft anhalten wollen um zu Tauchen.


Ziel der Atemarbeit ist es das unbewusste Atemgeschehen bewusst zu machen, ohne ihn willentlich zu beeinflussen. Ilse Middendorf nannte dies, den „Erfahrbaren Atem“.
 
Über das Sammeln und Empfinden der Atembewegung erfährt der Mensch seinen Körper und seine Befindlichkeit im hier und jetzt. Dadurch lernt er sich selbst besser kennen und erhält die Möglichkeit zur Veränderung und Weiterentwicklung seiner körperlichen, geistigen und seelischen Kräfte. Der ganzheitliche Mensch wird über die verbindende körperzentrierte Atemarbeit angesprochen. Ziel ist es, den Atem und seine Bewegung in seiner Wirkungsweise zu erfahren. Ein harmonischer Atemrhythmus bedeutet den ureigenen Rhythmus zu finden und eine gelassene respektive, ganzheitliche  Atembewegung zu haben. Einatmen, Ausatmen, Atempause...